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Franz Lehár Oder Das Schlechte Gewissen Der Leichten Musik

Franz Lehár Oder Das Schlechte Gewissen Der Leichten Musik

Hardcover

Series: Theatron, Book 12

Literary CriticismGeneral Music

ISBN10: 3484660120
ISBN13: 9783484660120
Publisher: De Gruyter
Published: Mar 8 1995
Pages: 237
Weight: 1.13
Height: 0.56 Width: 6.14 Depth: 9.21
Language: German

Franz Lehár (1870-1948), der innerhalb seiner Lebensgrenzen am meistenaufgeführte Komponist aller Zeiten, stellt als scheinbarer Anachronismusnoch immer ein unbewältigtes Kapitel der Musikgeschichte dar. Als Komponistan der Schwelle zur Massenkultur gewinnt er gerade im Kontrast zurradikalen Moderne Bedeutung. Zerfällt Musik bereits zu Beginn seinerLaufbahn in zwei Sphären (U- und E-Musik), versucht Lehár zwischen beidenzu vermitteln. Noch im berüchtigten Spätwerk der zwanziger Jahre behaupteter jene Mitte, deren Verlust die Geschichte des Jahrhunderts so nachhaltigprägte. Die kultursoziologische Dimension der Operette Lehárs als negativesPhänomen der Moderne erschlie t sich bei näherer Analyse des Oeuvres.Anhand exemplarischer Werke der früheren Salon- (z.B. Die Lustige Witwe)sowie der späteren Lyrischen Operette (z.B. Das Land des Lächelns), vorallem aber des Graf von Luxemburg, lä t sich die Entwicklung vonMusikdramaturgie, Rezeption und Sujet und ihre gegenseitige Durchdringungnachvollziehen. Nicht ihre ästhetische Bewertung steht zur Debatte, sondernihr historischer Gehalt. Ist, nach Adorno, die leichte Kunst dasgesellschaftlich schlechte Gewissen der ernsten, so wäre Lehárs Operetteals ästhetisch schlechtes Gewissen der leichten Musik ernstgenommen, fürWissenschaft und Bühne neu zu entdecken.

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