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Die Gebete der Demut

Die Gebete der Demut

Paperback

Classic Fiction

ISBN13: 9791041939190
Publisher: Culturea
Published: Mar 23 2023
Pages: 24
Weight: 0.14
Height: 0.05 Width: 7.44 Depth: 9.69
Language: German
Hernieder, steige hernieder in die Einfalt, die Gott will! Ich habe den Wespen zugesehen, die im Sand ihr Nest gebaut. Tu so wie sie, gebrechlich krankes Herz: sei still, Schaffe dein Tagwerk, das Gott deinen Händen anvertraut. Ich war voll Hoffart, die mein Leben falsch gemacht. Anders als alle andern meinte ich zu sein: Jetzt wei ich, o mein Gott, da nie ich anderes vollbracht Als jene Worte niederschreiben, die die Menschen sich erfanden, Seitdem zuerst im Paradies Adam und Eva aufgestanden Unter den Früchten, die im Lichte unerme lich blühten. Und anders bin ich nicht als wie der ärmste Stein. Sieh hin, das Gras steht ruhig, und der Apfelbaum senkt schwer Bebürdet sich zur Erde, zitternd und in liebendem Verlangen - O nimm von meiner Seele, da so vieles Leiden über mich ergangen, Die falsche Schöpferhoffart, die noch immer in ihr liegt. Nichts wei ich ja. Nichts bin ich. Und nichts will ich mehr Als blo zuweilen sehen, wie ein Nest im Wind sich wiegt Auf einer rötlichen Pappel oder einen Bettler über helle Stra en hinken, Mühselig, an den Fü en Risse, die im Staube blutig blinken. Mein Gott, nimm von mir diese Hoffart, die mein Leben giftig macht. Gib, da ich jenen Widdern ähnlich sei auf ihrer Weide, Die immer gleich, aus Herbstes Schwermut, demutsvoll gebückt, Zur Frühlingsfeier wandeln, die mit Grün den Anger schmückt, Gib, da im Schreiben meine Hoffart sich bescheide: Da endlich, endlich ich bekenne, da mein Herz den Widerhall Nur tönt der ganzen Welt, und da mein sanfter Vater mir Geduldig nur die Kinderregeln beigebracht. Der Ruhm ist eitel, Herr, und Geist und Schaffen leerer Schall - Du einzig hast sie ganz und gibst sie an die Menschen fort, Die aber schwatzen immer blo dasselbe Wort Gleich einem Bienenschwarme, der durch sommerdunkle Zweige zieht. Gib, da , wenn heute früh ich mich vom Pult erhebe, Ich jenen gleiche, die an diesem schönen Sonntag zu dir gehn Und in der armen wei en Kirche, vor dich hingekniet, Demütig lauter ihre Einfalt und

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