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Die gute alte Zeit: Bürger und Spießbürger im 19. Jahrhundert

Die gute alte Zeit: Bürger und Spießbürger im 19. Jahrhundert

Paperback

Classic Fiction

ISBN13: 9791041903443
Publisher: Culturea
Published: Jan 14 2023
Pages: 132
Weight: 0.55
Height: 0.28 Width: 7.44 Depth: 9.69
Language: German
Der Spie bürger ist der notwendigste Bestandteil der menschlichen Gesellschaft. Sein Wohlbehagen, seine Gesunderhaltung, sein Zerstreuungsbedürfnis, seine Sehnsüchte und Träume und seine sonstigen Ansprüche an das Dasein sind es, die Wissenschaft und Kunst in Bewegung setzen, von Fortschritt zu Fortschritt treiben, von Versuch zu Versuch anspornen. Der Spie bürger ist zur Seele des Staates geworden. Er ist zu allem nötig, selbst zum Beweis dafür, da es Helden gibt. Er allein ist der Ma stab, an dem die Grö e der Besonderen und der Ungezügelten gemessen werden kann, wenn diese Wertbemessung auch vielleicht nicht so einfach ist, wie es den Anschein haben könnte. Es stellt sich möglicherweise dabei heraus, da jeder Mensch ein wenig Held sein mu , um das Kampfspiel Leben auszufechten, und da sich ebenso mancher Held des Geistes wie der Waffe nur durch ein wenig sogenanntes Spie bürgertum in der Balance seiner gro en Taten zu halten vermochte, da also auch die Sphäre des Genies und der Dämonen nicht so entfernt von ihnen liegt, wie mancher glaubt. Als einzelnes Individuum genommen, ist der Spie bürger mit seinen Eigenschaften nicht so einfach auf eine Formel zu bringen. Der Student bezeichnet ihn als verkörperte Pedanterie, beschränkte Kritikfähigkeit, platte Behaglichkeit, eingebildete Würde, lächerliche Überheblichkeit und Neugier. Später, selbst zu Amt, Würden und Vaterschaft gekommen, pflegt dieser gleiche Mensch diese gleichen Eigenschaften als Ordnung, Selbstverleugnung, Beherrschung, Pflichttreue und Wi begier zu bezeichnen. Der Student singt: Wenn ich einmal der Herrgott wär'. Der zum Mann Gewordene brummt: Wenn ich doch erst mein Vorgesetzter wär' ...

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