• Open Daily: 10am - 10pm
    Alley-side Pickup: 10am - 7pm

    3038 Hennepin Ave Minneapolis, MN
    612-822-4611

Open Daily: 10am - 10pm | Alley-side Pickup: 10am - 7pm
3038 Hennepin Ave Minneapolis, MN
612-822-4611
Der Sensitive Beziehungswahn: Ein Beitrag Zur Paranoiafrage Und Zur Psychiatrischen Charakterlehre

Der Sensitive Beziehungswahn: Ein Beitrag Zur Paranoiafrage Und Zur Psychiatrischen Charakterlehre

Paperback

General Psychology

ISBN10: 3642494110
ISBN13: 9783642494116
Publisher: Springer Nature
Published: Jan 1 1950
Pages: 204
Weight: 0.76
Height: 0.45 Width: 6.69 Depth: 9.61
Language: German
In den zwischenliegenden Jahren konnte ich fortlaufend eigenes weiteres Material zu den Fragestellungen dieses Buches sammeln. Auch von anderen Forschern wurde eine Anzahl sie berührender Beobachtungen und Analysen in der Literatur niedergelegt. GAUPP schildert in fortlaufenden Veröffentlichungen die seelische Weiterentwicklung des Hauptlehrers Wagner; es interessiert uns hier besonders die Tatsache, da auch sie wieder nicht nach dem starren, progressiven Paranoiaschema verläuft, sondern in der Anpassung an das Hinfallen alter und das Hervortreten neuer Umweltreize ihre psychologische Reaktivität auch weiter- hin verrät: Die gro e Affektentladung des Massenmords und die katastrophale Umstellung der äu eren Lebenslage durch die Anstaltsinternierung zeichnet sich auch im psychischen Krankheitsverlauf als gro e Cäsur ab. Das aus der sexual- ethischen Konfliktsspannung entsprungene, geschlossene Verfolgungswahnsystem bla t bis zur weitgehenden Korrektur ab. Die wahn bereite Persönlichkeit bleibt natürlich bestehen und verfängt sich manchmal wieder in kleinen Anstalts- erlebnissen. Im ganzen aber hat das Moment der moralischen Selbstquälerei, das ihn unseren Sensitiven verwandt macht, nunmehr nach der gewaltsamen Lösung seine Hochspannung verloren und liegt als abgeschlossene Lebensphase hinter ihm. Die Tendenzen der Selbstwerterhöhung, als die andere Seite seiner Persönlichkeit, haben nun in einer nicht mehr so verkrampften, weil nicht mehr so kontrastierten Weise freie Bahn und leben sich vor allem in dichterischen Produk- tionen dramatischer Art aus - eine Selbstbefreiung durch Selbstdarstellung; sie werden nicht ohne äu eren Ehrgeiz betrieben. Die Neigung zur Selbstbespiege- lung und zur Schau getragenen Menschenverachtung kommt immer wieder durch.

Also in

General Psychology