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Die Zaertlichen Schwestern

Die Zaertlichen Schwestern

Paperback

Classic FictionLiterary Fiction

ISBN13: 9791041909261
Publisher: Culturea
Published: Feb 26 2023
Pages: 94
Weight: 0.40
Height: 0.19 Width: 7.44 Depth: 9.69
Language: German
Lottchen. Loben Sie mich nicht, Papa. Ich bin mir in meinen Augen so geringe, da ich sogar das Lob eines Vaters für eine Schmeichelei halten mu . Cleon. Nun, nun, ich mu wissen, was an dir ist. Du hast ein Herz, dessen sich die Tugend selbst nicht schämen dürfte. Höre nur... Lottchen. Oh, mein Gott, wie demütigen Sie mich! Ein Lobspruch, den ich mir wegen meiner Grö e nicht zueignen kann, tut mir weher als ein verdienter Verweis. Cleon. So bin ich nicht gesinnt. Ich halte viel auf ein billiges Lob, und ich weigere mich keinen Augenblick, es anzunehmen, wenn ich's verdiene. Das Lob ist ein Lohn der Tugend, und den verdienten Lohn mu man annehmen. Höre nur, du bist verständiger als deine Schwester, wenn jene gleich schöner ist. Rede ihr doch zu, da sie ihren Eigensinn fahrenlä t und sich endlich zu einem festen Bündnisse mit dem Herrn Damis entschlie t, ehe ich als Vater ein Machtwort rede. Ich wei nicht, wer ihr den wunderlichen Gedanken von der Freiheit in den Kopf gesetzet hat. Lottchen. Mich deucht, Herr Damis ist Julchen nicht zuwider. Und ich hoffe, da er ihren kleinen Eigensinn leicht in eine beständige Liebe verwandeln kann. Ich will ihm dazu behülflich sein. Cleon. Ja, tue es, meine Goldtochter. Sage Julchen, da ich nicht ruhig sterben würde, wenn ich sie nicht bei meinem Leben versorgt wü te. Lottchen. Nein, lieber Papa, solche Bewegungsgründe zur Ehe sind wohl nicht viel besser als die Zwangsmittel. Julchen hat Ursachen genug in ihrem eigenen Herzen und in dem Werte ihres Geliebten, die sie zur Liebe bewegen können; diese will ich wider ihren Eigensinn erregen und sie durch sich selbst und durch ihren Liebhaber besiegt werden lassen. Cleon. Gut, wie du denkst. Nur nicht gar zu lange nachgesonnen. Rühme den Herrn Damis. Sage Julchen, da er funfzigtausend Taler bares Geld hätte und... Arme Tochter! es mag dir wohl weh tun, da deine Schwester so reich heiratet. Je nun, du bist freilich nicht die Schönste; aber der Himmel wird dich schon versorgen.

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Gellert, Christian Fürchtegott

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